Geschichte

 Eingebettet in die Region

Der Fachbereich Geschichte am Julianum fühlt sich besonders der regionalen Geschichte Helmstedts und seiner Umgebung verbunden; hier gibt es für Außenstehende erstaunliche historische Dinge und Vorgänge zu entdecken. Insbesondere an bestimmten Scharnierstellen des Unterrichts können diese Besonderheiten der Region für unseren Unterricht verwendet werden, wobei jeweils oft das „Exemplarische“ wie auch das „Besondere“ aufgezeigt werden kann:

  • Für die Ur- und Frühgeschichte ist das Paläon Schöningen mit den ältesten Jagwaffen der Menschheit ein Ziel, das im 5. oder 6. Jahrgang angesteuert wird.
  • Für die Steinzeit wären auch die noch immer etwas rätselhaften Lübbensteine am Ortseingang Helmstedts zu nennen. Hier soll sich eine Übergangszone zwischen jungsteinzeitlichen Bauern und altsteinzeitlichen Jägern und Sammlern befunden haben.
  • Im frühen Mittelalter ist die Gründung der Missionszelle des Klosters Werden um das Jahr 800 – das Kloster St. Ludgeri – von großer Bedeutung. Die Klosteranlagen liegen der Schule benachbart und sind Ziel der „Klostertage“ im 6. Jahrgang, die von der Fachgruppe Religion in Kooperation mit Geschichte veranstaltet werden.
  • Das hohe Mittelalter weist gar einen Kaiser aus der Region auf: Lothar III. aus Süpplingenburg, der sich in Königslutter seine Grabeskirche bauen ließ („Dom“). Mit dem Dom Königslutter besteht eine Kooperationsvereinbarung, die neben Geschichte auch andere Fächer umfasst (Religion, Kunst, Biologie). Der betreffende Jahrgang (6 oder 7) beschäftigt sich in einem Workshop u. a. mit den Besonderheiten der unerwarteten Wahl Lothars zum Kaiser.
  • Für das 13. Jahrhundert liegt in Helmstedt eine Stadtrechteurkunde vor, an der die Schülerinnen und Schüler eine differenzierte Sicht zu Stadtrechten einer kleineren Stadt entwickeln können.
  • In der Frühen Neuzeit spielen die Reformation und damit zusammenhängend die Gründung der Universität Helmstedt eine wichtige Rolle. Die Motive des Braunschweiger Herzogs zur Gründung werden erarbeitet und können als beispielhaft gelten.
  • Für die Zeit nach 1945 bis 1989 nimmt Helmstedt eine deutschlandweit bekannte Stellung in der Randlage Westdeutschlands ein. Anhand der Grenzanlagen in Hötensleben, des Autobahnkontrollpunktes Marienborn und des Zonengrenzmuseums in Helmstedt ist die Situation deutlich zu erarbeiten – bis zur besonders für Helmstedt aufregenden Grenzöffnung.